Abgesagt
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LEBENSZEICHEN - Musik überlebt alles

Diogenes Quartett, Harry White, Hansjörg Albrecht  

Kurhaus René-Schickele-Saal / Bühnensaal
Am Schlossplatz 2
79410 Badenweiler

Event organiser: Badenweiler Thermen und Touristik GmbH, Kaiserstr. 5, 79410 Badenweiler, Deutschland

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Die Veranstaltung wurde abgesagt.

Event information

Musik überlebt alles

Programm:

Erwin Schulhoff (1894-1942)
Fünf Stücke für Streichquartett (1923)
Allegro - Alla valse viennese - Allegro con moto - Alla Serenata. Molto Allegro - Alla Czeca. Andante

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847)
Aus „Vier Stücke für Streichquartett“ op. 81 Nr. 3 Capriccio

Erwin Schulhoff
Hot-Sonate für Saxophon und Klavier (1930)
Vier Sätze ohne Bezeichnung

Friedrich Gernsheim (1839-1916)
Streichquartett Nr. 5 A-Dur op. 83 (1911) Allegro non troppo - Molto vivace - Andante sostenuato e molto cantabile – Allegro vivace e con brio

***
Zugabe:
Kurt Weill (1900-1950)
Yuokali - Tango-Habanera für Saxophon, Streichquartett und Klavier


Diogenes Quartett
Stefan Kirpal, Violine
Gundula Kirpal, Violine
Alba González i Becerra, Viola
Stephen Ristau, Violoncello

Harry White, Saxophon
Hansjörg Albrecht, Klavier


Komponisten und Werke – im Mittelpunkt Erwin Schulhoff (1894-1942)

ERWIN SCHULHOFF - Fünf Stücke für Streichquartett Der Holocaust setzte der blühenden tschechischen Musik der 1930er Jahre ein jähes Ende – und mit ihr der Kammermusik. Als Gideon Klein, Pavel Haas, Hans Krasa und mit ihnen eine ganze Generation tschechisch-jüdischer Komponisten ermordet wurden, war die gesamte Vorkriegsentwicklung der tschechischen Musik ausgetilgt. ERWIN SCHULHOFF, der bekannteste Komponist seiner Generation, als Kommunist, Jude und „entarteter“ Komponist gleichermaßen verfolgt, starb 1942 in einem Lager. Er, der als Expressionist begonnen hatte und sich über die Neue Wiener Schule und den Dadaismus zum meist beachteten Vertreter der tschechischen Moderne entwickelt hatte, war in seiner chamäleonhaften stilistischen Vielfalt und der Leichtigkeit seines Schaffens nicht wenigen suspekt: Schulhoffs Musik sei zwar handwerklich hervorragend gemacht, doch «zum großen Teil Klischee». Unbegreiflich ist dies aus heutiger Sicht, denn Schulhoff offenbart in fast jedem Werk eine unverwechselbare Originalität von kraftvoller Eigenart.
Schulhoffs Streichquartette entstanden in den 1920er Jahren. Die Fünf Stücke für Streichquartett waren jenes Werk, mit dem ihm 1924 in Salzburg der Durchbruch gelang.

FELIX MENDELSSOHN-BARTHOLDY zählt neben Gustav Mahler zu den „prominentesten“ verfemten Komponisten. 1936, in der Nacht vom 9. zum 10. November (zwei Jahre vor der Reichsprogromnacht) entfernten die Nationalsozialisten das ihm zu Ehren 1892 errichtete Denkmal vor dem Leipziger Gewandhaus.

FRIEDRICH GERNSHEIM zählt heute zu den vergessenen Komponisten. Der deutsche Spätromantiker, Pianist, Dirigent, Komponist und Musikpädagoge, der mit Johannes Brahms eng befreundet war, schuf u.a. vier Sinfonien, zahlreiche Instrumentalkonzerte und ein umfangreiches Oeuvre für die Kammermusik. Der Nationalsozialismus verbannte und verbot seine Musik. Im 1940 veröffentlichten „Lexikon der Juden in der Musik“ erschien sein Name gleich in der ersten Auflage.

Weitere Erläuterungen zum Programm/zu den Werken nach dem Konzert im Gespräch bei einem Glas Wein.

Kurhaus Badenweiler

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